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Minderjährig Unbegleitete Flüchtlinge - Lernen - Trainieren - Integrieren


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Sie sind minderjährig und unbegleitet, d.h. ohne Familie; sie haben teilweise eine wochen- und monatelange Flucht und illegale Einreise hinter sich; sie kommen vorwiegend aus Afghanistan und dem Irak, einzelne auch aus afrikanischen Staaten oder Palästina. Sie sind zwischen 14 und 18 Jahre alt, sie sind erst wenige Monate in Deutschland und werden nun in Hamburg in Jugendwohnungen betreut.

So speziell ihre Situation ist, so „normal“ sind doch ihre Wünsche und Träume: Es sind Jugendliche, die so schnell wie möglich Deutsch lernen wollen, um Kontakte zu bekommen, um „dazu zu gehören“ und eine Perspektive für ihr Leben zu gewinnen. Sie sind ängstlich und motiviert, sie sind zielstrebig, mutig und lernbereit. Durch die Flucht haben sie eine gewisse Reife und Standfestigkeit erlangt.

Wie geht es für sie weiter? Es war die Anfrage einer Sozialarbeiterin aus einer Jugendwohnung mit der im Internationalen Diakoniecafé why not? ein Pilotprojekt startete. Die Jugendlichen müssen die Schule besuchen, aber es gibt keine Regelinstrumente zur Vorbereitung. In ihrer Wohnsituation und beim Schulbesuch haben sie wenig Kontakt mit deutschen Muttersprachlern. Schulen und Sozialarbeiter sehen sich überfordert. Aber wir erleben immer wieder ein großes Vertrauen in die Arbeit des why not?. Jede Woche kommen neue Anfragen. Auf bestimmte Nöte und Erfordernisse können wir sehr individuell reagieren und passgenaue Angebote entwickeln. Aber uns fehlen die Mittel. Also haben wir uns mit diesem Projekt auf die hamburgweite Ausschreibung der KÖRBER-Stiftung beworben: „Anstiften! 50 Impulse für Hamburg“.

Anstiften! 50 Impulse für Hamburg
Sam Electronics
Partner der Körber Stiftung und MULTI-Partner

Wir können es noch nicht ganz fassen: Von 1070 Projekten werden 66 Projekte geför­dert und MULTI ist dabei. Damit können wir jetzt bis Frühjahr 2011 minderjährigen unbegleitenden Flüchtlingen einen Weg in eine schulische Ausbildung ebnen. Darüber freuen wir uns riesig, denn im Kontakt mit den Jugendlichen merken wir, dass diese „Starthilfe“ direkt ankommt und nicht nur sinnvoll sondern absolut notwendig ist.

Jost Stahlschmidt, 17.07.2009